Behinderung und Entwicklungs­zusammen­arbeit e.V.

Über die Monika Girls High School

In dem Hochgebirgstal ‚Bagrot‘ am Rande des Himalaya-Gebirges in Nordpakistan leben ca. 9.000 Menschen. Ihre Haupterwerbsquellen sind Ackerbau und Viehzucht. Die Infrastruktur ist wegen der schlecht zugänglichen Lage stark unterentwickelt. Erst seit zehn Jahren ist das Tal zeitweise mit Strom versorgt.

Seit 1927 gab es im Bagrot-Tal in Nord-Pakistan Jungenschulen. Die Mädchen aber blieben ohne Schulbildung. Erst im Jahre 1992 wurde auf private Initiative von Monika Schneid, die zwei Jahre im Bagrot-Tal gelebt und geforscht hatte, eine Mädchenschule gegründet. Lange waren Mädchen dort benachteiligt. Ausgeschlossen vom Besuch einer Schule bot sich den Frauen keine Möglichkeit, Lesen und Schreiben zu lernen. Ihre traditionelle Rolle war beschränkt auf den Haushalt, die Garten- und Feldarbeit, das Hüten von Vieh und die Kindererziehung.

Frau Schneid stellte einen ersten Lehrer ein, der 20 Mädchen in einem Privathaus unterrichtete. Weil die Zahl der Schülerinnen sehr schnell wuchs und weitere Lehrer und Lehrerinnen eingestellt werden mussten, übernahm das Forum Kinder in Not e. V. die Finanzierung der Personalkosten.

Zwei Mädchen aus der Monika Girls High School

Zwei Mädchen aus der Monika Girls High School

Chance auf ein selbständiges Leben ohne Armut

Der Schulbesuch gibt den jungen Frauen die Möglichkeit, einen Beruf zu ergreifen und selbstbewusster am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nach Abschluss ihrer Schulausbildung engagieren sie sich für die Gemeinschaft, z.B. auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge und als Lehrerinnen. Einige tragen mit ihrer Erwerbstätigkeit maßgeblich zu einem regelmäßigen Familieneinkommen bei. Ihr Heiratsalter ist gestiegen, was bereits zu einer niedrigeren Geburtenrate und gesünderen Müttern und Kindern in dieser Gruppe geführt hat. Das zusätzliche Wissen zeigt sich heute in Familien, in denen gebildete Mädchen leben und arbeiten. Schritt für Schritt lässt sich ein Wandel in Hygiene, Ernährung und Säuglingspflege beobachten, verbunden mit einer größeren Selbständigkeit der jungen Frauen.

Die Monika Girls High School ist mittlerweile auf jährlich fast 400 Schülerinnen angewachsen und finanziert sich überwiegend aus Spenden (>> hier sofort online spenden). Für 14 Lehrkräfte müssen monatlich 900,00 € aufgewendet werden. Die Schülerinnen müssen kein Schulgeld zahlen. Das ist wichtig, denn so bekommen alle die Chance, die Schule zu besuchen. Die Eltern tragen ihren Teil dazu bei, indem sie die Schulkleidung, Stifte, Schultaschen und Bücher kaufen und zum Teil auf die Mithilfe ihrer Töchter im Haushalt oder in der Landwirtschaft verzichten, um ihnen die Schulbildung zu ermöglichen. Die Schule und die anfallenden Kosten für Lehrkräfte, dringend notwendige Ausstattung und Schulmaterialien werden durch Spenden finanziert.

Sensibilisierung der Menschen in Bagrote für die Beschulung von Mädchen mit Behinderung
Bisher besuchen noch keine Mädchen mit Behinderung die Monika Girls High School. Viele Eltern halten ihre behinderten Kindern versteckt und trauen ihnen einen Schulbesuch nicht zu. Ein langfristiges Ziel des Projekts ist es daher, dass auch Mädchen mit Behinderung die Monika Girls High besuchen können.