Behinderung und Entwicklungs­zusammen­arbeit e.V.

Inklusive Schulbildung und berufliche Ausbildung in Uvira, Kongo

Neues Auslandsprojekt von bezev und ADED in Uvira (Kongo) zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen.

Seit November 2020 arbeitet bezev gemeinsam mit dem Projektpartner ADED daran, eine inklusive Bildung in der Grundschule Saint-Pierre zu ermöglichen und die berufliche Ausbildung für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen im Kasenga-Viertel in Uvira (Kongo) zu fördern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt. 

Zur Partnerorganisation:

Appui au Développement de l'Enfant en Detresse (ADED) ist eine im Jahr 2000 gegründete Entwicklungsorganisation mit dem Ziel, benachteiligte und vulnerable Kinder durch eine ganzheitliche Förderung innerhalb ihrer Familie oder in Gastfamilien zu begleiten, ohne sie von ihrem Lebensumfeld zu trennen. Die Organisation folgt dem Ansatz, dass Familien und Gemeinschaften besser als jeder andere in der Lage sind, die wichtigsten Bedürfnisse ihrer Kinder zu erkennen und die erforderlichen Ressourcen zu mobilisieren. 

Die Situation vor Ort:

Die Regierung Kongos bekennt sich oft zu einer inklusiven Bildung bekennt und dennoch fehlt es an zahlreichen Ressourcen, um eine inklusive, qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen. Mit dem eingeschränkten Zugang zu Bildung, erschweren sich auch die wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten.

Die sozialen Einstellungen seitens der Eltern, Schulleiter*innen und Gesellschaft sind ein starker Treiber dafür, dass Kinder mit Behinderung in ihrem Zugang zur Bildung beschränkt sind. Ihre Fähigkeiten und ihr Beitrag für die Gesellschaft werden häufig unterschätzt. Behinderung wird nach traditionellen Überzeugungen mit Hexerei in Verbindung gebracht. Behinderte Familienangehörige werden aus Scham zu Hause verborgen. 
Dazukommt: In fast allen Regelschulen fehlt eine angepasste Infrastruktur, Hilfsmittel und Schulmaterialien, um Kindern mit Behinderungen die Teilnahme zu ermöglichen. Mit dem eingeschränkten Zugang zu Bildung, erschweren sich auch die wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten.

Uvira-Stadt umfasst etwa 400.000 Einwohnern (im Vergleich: Essen hat um die 590.000 Einwohner). Unser Projektpartner ADED ermittelte, dass darunter 982 Kinder und junge Personen mit Behinderungen im Alter von 0-33 Jahren sind. Nur 5% der schulpflichtigen Kinder mit Behinderung besuchen die Schule. 
Das liegt auch daran, dass die Regelschulen in Uvira City noch nicht auf eine inklusive Bildung eingestellt sind.

Das Projekt:

Das Projekt beschäftigt sich zum einen mit der Grundschule Saint-Pierre, die in einer inklusiven, qualitativ hochwertigen Bildung gefördert werden soll. Zum anderen umschließt es die berufliche Ausbildung für gefährdete Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen im Kasenga-Viertel in der Stadt Uvira. Wie sieht das konkret aus?

  • Das Bewusstsein für inklusive Anliegen wird geschärft, insbesondere bei führenden Persönlichkeiten der lokalen Gemeinschaften, lokale Bildungsbeamte, Lehrer*innen und Eltern.
  • Die Infrastruktur der Grundschule Saint-Pierre wird inklusiver gestaltet.
  • Die Schule wird so ausgestattet, dass jedes Kind effektiv lernen kann (z.B. Braille-Schrift).
  • Die Lehrkräfte werden angemessen ausgebildet und unterstützt, damit sie ihre Lehrmethoden anpassen können.
  • Die Möglichkeiten zur Beschäftigung in einkommensschaffenden Aktivitäten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen, die keine Schulbildung erfahren konnten, werden gestärkt und unterstützt.
  • Förderung von Selbsthilfegruppen als lokales Unterstützungssystem für Menschen mit Behinderungen.

Ziele:

Das Projekt soll so zur Verbesserung der Bildung, Berufsausbildung und Integration von Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung im Kasenga-Viertel in der Stadt Uvira beitragen. Das heißt:

  • Die Stigmatisierung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung nimmt ab und das "gesellschaftliche Klima" für ihre Rechte und Anliegen wird angenehmer.
  • Die sozioökonomische Lebenssituation von nicht eingeschulten Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie ihren Familien wird verbessert. Sie beteiligen sich an einkommensschaffenden Tätigkeiten und können somit ihren Lebensunterhalt sicherstellen.
  • Die inklusive Bildung, sowohl Schul- als auch Berufsausbildung, wird verbessert. Der Zugang wird erleichtert, die Qualität des Lehrangebots ist besser und die Fähigkeiten der Lehrkräfte ist gestärkt.
Treffen und Austausch der wichtigsten Akteure zu den inklusiven Anliegen des Projekts

Treffen und Austausch der wichtigsten Akteure zu den inklusiven Anliegen des Projekts

Gruppenbild der Teilnehmer eines Treffens von ADED

Gruppenbild der Teilnehmer eines Treffens von ADED

Teilnehmer*innen des Treffens

Teilnehmer*innen des Treffens

Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Die Aufmerksamkeit für die Lebenswelten und Anliegen von Menschen mit Behinderungen soll gestärkt werden.

Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Die Aufmerksamkeit für die Lebenswelten und Anliegen von Menschen mit Behinderungen soll gestärkt werden.