Behinderung und Entwicklungs­zusammen­arbeit e.V.

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Abgeschlossenes Projekt: Inklusive Bildung und Beschäftigung in Uvira, Kongo

Verbesserung des Zugangs zu inklusiver Bildung und Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung in Uvira

Seit 2020 arbeiten wir mit unserem Projektpartner ADED in der Demokratischen Republik Kongo erfolgreich zusammen. Im August 2022 startete die zweite Phase unserer Projektarbeit, die Ende 2024 abgeschlossen wurde.

Menschen mit Behinderung erfahren in Uvira weiterhin soziales Stigma, institutionelle Ausgrenzung und fehlende staatliche (und familiäre) Unterstützung. Dadurch ist ihre Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt. In fast allen Fällen führen diese extremen Hürden auch zu Armut. Um zu einem Abbau der Hürden beizutragen, wurden zusammen mit unserem Projektpartner ADED folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Unsere Pilotschule - die Saint-Pierre-Grundschule in Uvira - wurde weiter aus- und umgebaut, um die Barrierefreiheit zu verbessern. So wurde zum Beispiel ein inklusiver Spielplatz gebaut, auf dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam und sicher spielen können. Außerdem wurde die Schule an das Wassernetz angeschlossen und mit barrierefreien Handwaschstationen ausgestattet, um die gesundheitliche und hygienische Lage in der Schule zu verbessern. Zum Ende des Projekts sind nun alle Sanitäranlagen, Klassenräume, Büros und der Schulhof für Menschen mit Behinderung zugänglich.
  • Die Fähigkeiten, einen inklusiven Unterricht umsetzen zu können, wurden in der Grundschule weiter ausgebaut. So gab es weitere Fortbildungen für die Lehrkräfte, damit sie ihr Wissen über inklusive Bildung verbessern konnten und jetzt und in Zukunft Kinder mit verschiedenen Behinderungen adäquat unterrichten können.
  • Menschen mit Behinderung benötigen nicht selten Hilfsmittel, die es ihnen ermöglichen, am Unterricht, aber auch an der Gesellschaft teilhaben zu können. Deshalb wurden im Rahmen des Projekts Hilfsmittel angeschafft, die eine Grundvoraussetzung für die Projektbegünstigten sind. Dazu gehören zum Beispiel Dreiräder und Braille-Tabletts.
  • Damit die Eltern der Kinder mit und ohne Behinderung auch nach unserem Projekt die Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe ihrer Kinder finanzieren können, wurden weitere Selbsthilfegruppen organisiert. In diesen Selbsthilfegruppen erlernten die Mitglieder*innen u.a. wirtschaftliches Know How, wurden von Projektmitarbeiter*innen intensiv begleitet und geschult und erhielten ein Startkapital für einkommensschaffende Tätigkeiten. Dieses Startkapital wurde im Verlauf der Selbstständigkeit an die Gruppen zurückgezahlt, sodass immer mehr Leute die Möglichkeit haben, auf finanzielle Mittel zuzugreifen und sich selbstständig zu machen. So werden immer mehr Haushalte finanziell abgesichert.
  • Die Selbsthilfegruppen dienen aber nicht nur Einkommensgenerierung. Sie sind auch ein "Safe Space", ein Ort an dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen, über ihre Rechte lernen und gemeinsam für diese einstehen. Ziel war es, dass aus diesen Selbsthilfegruppen auch Selbstvertretungsorganisationen entstehen, die sich nachhaltig für die Rechte und Bedarfe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft einsetzen.
  • Jugendliche mit und ohne Behinderung, die nur wenig Bildung erfahren haben, wurden in Ausbildungsprogramme vermittelt. Außerdem wurden auch sie in Selbsthilfegruppen organisiert und durch Projektmitarbeiter*innen in wirtschaftlichem Know How fortgebildet. So wurde die Chance auf eine anschließende Beschäftigung gesteigert. Dabei wurden sie intensiv begleitet und gecoacht.
  • In Uvira und Umgebung gibt es verschiedene Organisationen und Institutionen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten. In diesem Projekt wurde dazu beigetragen, dass eine Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren stattfindet. So können Kenntnisse, Fähigkeiten und Aktivitäten gebündelt werden, um mehr Wirkung zu erreichen und so wird eine starke Lobbygruppe geformt, die auf die kommunale Politik einwirken kann. 
  • Behörden und Gemeindemitglieder müssen auch künftig zu den Rechten von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden. Nur so können Berührungsängste, Scham und Aberglauben abgebaut werden, die Menschen mit Behinderung aus der Gesellschaft ausgrenzen.


Einigen Projektbegünstigten wurden Dreiräder zur Verfügung gestellt, damit ihre Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert wird.

Einigen Projektbegünstigten wurden Dreiräder zur Verfügung gestellt, damit ihre Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert wird.

Das Bild zeigt Aziza (in der Mitte)  mit ihren Geschwistern. Sie hat eine motorische Beeinträchtigung und ist eine der 50 Kinder mit und ohne Behinderungen aus der Grundschule St. Pierre, die durch das Projekt Unterstützung erhielten.

Das Bild zeigt Aziza (in der Mitte) mit ihren Geschwistern. Sie hat eine motorische Beeinträchtigung und ist eine der 50 Kinder mit und ohne Behinderungen aus der Grundschule St. Pierre, die durch das Projekt Unterstützung erhielten.

Erste Projektphase: 2020 - 2022

Jugendliche mit und ohne Behinderung bei der Mechanik-Ausbildung

Von 2020 - 2024 waren wir mit unserem Projektpartner ADED in Uvira in der Demorkatischen Republik Kongo aktiv. Dabei konzentrieren wir uns auf die schulische und berufliche Inklusion von Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung. Hier berichten wir über die erste Projektphase (2020 - 2022).

Hintergrundinformationen zum Projekt

Uvira liegt im Osten der Demokratischen Republik Kongo in der Provinz Südkivu (© Google Maps)

Seit 2020 sind wir in Uvira in der Demokratischen Republik Kongo. Wie ist die Situation vor Ort? Mit wem arbeiten wir zusammen?