Behinderung und Entwicklungs­zusammen­arbeit e.V.

All Means All - inklusive Umsetzung von SDG 4 zwischen Anspruch und Realität

Vom 10. bis 11. März 2022 findet in Bonn ein Workshop zur inklusiven Umsetzung von SDG4 statt. Der Schwerpunkt liegt auf der frühkindlichen und schulischen Bildung.

Call for Papers

Schwerpunkt: Inklusive frühkindliche und schulische Bildung

2015 beschloss die UN-Generalversammlung 17 Nachhaltigkeitsziele, bekannt als Sustainable Development Goals (SDGs), mit denen bis zum Jahr 2030 die wichtigsten Herausforderungen für die Menschheit im Bereich Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt angegangen werden sollen. Im vierten Ziel (SDG 4) ist das Recht auf inklusive Bildung in einem eigenständigen Ziel verankert und Bildung wird als ein Schlüsselelement im Kampf gegen die Armut anerkannt. Ganz konkret hat sich die Staatengemeinschaft mit SDG 4 verpflichtet, eine inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Neben der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) ist die Agenda ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Verwirklichung der Rechte von Menschen mit Behinderungen weltweit.

Das Recht jedes Menschen auf Bildung wird in verschiedenen internationalen Verpflichtungen anerkannt, nichtsdestotrotz bleibt weltweit – sowohl im Globalen Süden als auch im Globalen Norden – vielen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung die Verwirklichung ihres Rechts auf Bildung verwehrt. Der letztjährige Weltbildungsbericht1 zum Thema Inklusion und Bildung zeigt auf, dass der Anteil der Menschen mit Behinderung im Alter von 15-29 Jahren, die eine Schule besucht haben, geringer ist als bei Menschen ohne Behinderung (z.B. Vietnam 2009: 44% vs. 97%). Große Unterschiede existieren auch bei Kindern im Primar- und unteren Sekundarschulalter, die gar keine Schule besucht haben. Während z.B. in Kambodscha 57% der Kinder mit Behinderung keine Schule besuchen, sind es nur 7% der Kinder ohne Behinderung. Ähnlich sieht es bei den Abschlussraten in der Primar- und unteren Sekundarbildung aus. Mädchen und Frauen mit Behinderung sind noch einmal stärker benachteiligt. Sie profitieren seltener von einer formalen Bildung als Jungen und Männer mit Behinderung und weisen daher geringere Alphabetisierungsraten auf.

 

Workshop 2022: Frühkindliche und schulische Bildung

Für die Umsetzung von UN-BRK und Agenda 2030 braucht es nicht nur politisches Handeln, sondern gleichermaßen Wissen um Grundlagen und Konzepte von inklusiver Bildung und empirische Erkenntnisse zu Voraussetzungen, relevanten Faktoren und Wirkungen. Lehre und Forschung können wichtige Beiträge zur Umsetzung leisten. Wie dieser Beitrag genau aussehen kann, welche Erfahrungen und Konzepte bereits existieren, möchten wir in einem Workshop mit Lehrenden und Forschenden von Hochschulen und Universitäten diskutieren: Welchen Beitrag können Sie leisten, um zu einer inklusiven Umsetzung von SDG 4 (von der frühkindlichen Bildung bis zum lebenslangen Lernen) beizutragen? Welche Möglichkeiten existieren im Kontext der gegebenen Rahmenbedingungen an Hochschulen und Universitäten? Wie kann inklusive Bildung mit einem Fokus auf den Globalen Süden und die Frage konkreter Umsetzungsstrategien Eingang finden in hochschulische Bildung?

Das Programm startet mit einem 1 ½-tägigen Workshop vom 10.-11. März 2022 in Bonn zum Schwerpunkt inklusive frühkindliche und schulische Bildung. Berufliche, einschließlich universitäre, Bildung und lebenslanges Lernen sowie Inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung werden in Workshops in 2023 behandelt werden.

Die Workshops setzen aus thematischen Inputs und Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten in Arbeitsgruppen zusammen. Die thematischen Inputs sollen sowohl von universitärer Seite als auch von entwicklungspolitischen Organisationen (staatliche und nicht-staatliche Entwicklungszusammenarbeit), die im jeweiligen Themenbereich tätig sind, kommen.

 

Workshop-Beiträge

Da der Austausch- und Vernetzungscharakter des Workshops im Vordergrund steht, sollen die Beiträge die Vortragsdauer von 20 Minuten nicht überschreiten. Als besonders interessant und diskussionsanregend erscheinen Beiträge zu Projekten, Forschungsaktivitäten oder Kooperationen mit Bildungseinrichtungen des Globalen Südens im Bereich der frühkindlichen oder schulischen Bildung. Zur Skizzierung des Inhalts bitten wir um einen kurzen Abstract von ½ Seite bis zum 15.11.2021 an Judith Langensiepen (langensiepen@bezev.de).

Reise- und Unterkunftskosten der Referierenden können übernommen werden sowie eine kleine Vergütung gezahlt werden.

Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen und über Ihre Teilnahme.  

Kontakt:

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev)
Altenessener Str. 394-398
45329 Essen
Lennart Kessler
Tel: 0201 – 17 89 12 3
kessler@bezev.de
www.bezev.de

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev)
Altenessener Str. 394-398
45329 Essen
Judith Langensiepen
Tel: 0201 – 17 89 12 3
langensiepen@bezev.de
www.bezev.de

1 UNESCO (2020): Global Education Monitoring Report, 2020: Inclusion and Education: All Means All. Online verfügbar unter https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000373718/PDF/373718eng.pdf.multi, zuletzt geprüft am 04.10.2021.